Bürgerverein

Geschichte der "Heimatkundlichen Blätter"

Die Entwicklung der „Heimatkundlichen Blätter“

Die Geschichte dieser Heimatbücher von Anfang an soll nachfolgend die gekürzte Darstellung vermitteln.

In der Satzung des Bürgervereins Brand e.V. heißt es unter § 2:
„Sein Zweck ist die Erhaltung und Stärkung des Brander Eigenlebens durch die Förderung der Heimatkunde und Heimatpflege; …“

Diese Forderung erfüllen ein Arbeitskreis und die von ihm seit Jahren gestalteten Ausgaben der „Heimatkundlichen Blätter“. Der Vorstand stand alle Zeit hinter den Maßnahmen und Entscheidungen des Teams im vollen Vertrauen auf eine zuverlässige und seriöse Arbeit.

1989 war der Anstoß für die Herausgabe der Heimatkundlichen Blätter gegeben worden und damit dazu, Beiträge zur Brander Heimatgeschichte in regelmäßig erscheinenden Jahrbüchern zu veröffentlichen – ähnlich dem Eifeljahrbuch oder dem Monschauer Geschichtsbuch. Es war die Zeit, als umliegende Nachbarvereine bereits angefangen hatten, solche Jahrbücher herauszubringen. Es war nun der zutreffende Name für die Jahrbücher zu finden: Ziemlich rasch war klar, dass der Begriff „Heimatkundliche Blätter“ passend und richtig sei, wobei man von vornherein davon ausging, Bücher – und keine Blätter – würden es sein; stattliche Ausgaben wurden das im Laufe der Zeit mit Seitenzahlen von 150 bis 200.

Redaktion, Themenwahl und Autoren

Von Anfang an war Bruno Kreus die entscheidende Kraft bei der Themenauswahl, Buchbearbeitung und den gesamten mit den Buchausgaben verbundenen, organisatorischen Notwendigkeiten. Meist wählte er die Themen aus und stellte die Verbindungen zu den Autoren maßgebend her. Gemeinsam mit Günter Kuckelmann, der mehr für die Vorlagenerstellungen, Schreibarbeiten und drucktechnischen Angelegenheiten agierte, bildeten sie ein Team, und gemeinsam leisteten sie die Computerarbeit.

Das änderte sich vor etwa 15 Jahren auch im Zusammenhang mit computertechnischen Belangen, als nach und nach Bruno Kreus seine leitenden Aufgaben an Günter Kuckelmann übertrug. Wenn man auf die Autoren der Beiträge näher eingehen möchte, so ist zu beachten, dass neben dem großen ortskundigen Wissen der Brander Heimatkundler, wie Leo Förster und Bruno Kreus, den qualifizierten Darstellungen zu Gesellschaftsstrukturen und Zeitgeist über Brand hinaus durch Egbert Drese, auch Spezialkenntnisse zur Brander Geschichte von Gastautoren zum Tragen kamen.

Es ist unumgänglich, einige Schwerpunkte der veröffentlichten Beiträge und Verfasser herauszustellen, ohne dabei eine Vollständigkeit anzustreben, denn das würde bei der Menge der Aufsätze den Rahmen dieser Betrachtung sprengen.

Zweiter Weltkrieg: Auswertung von Zeitzeugenberichten und Tagebüchern durch Leo Förster, Bruno Kreus und Hans Molitor sowie weitere Personen – 20 Jahre lang, seit der Erstausgabe, verfasste Leo Schartmann seinen Rückblick auf das Wirken und Geschehen des Bürgervereins im jeweiligen Vorjahr – mittelalterliche Forschungsergebnisse zu Brand wie Brander Grenzen, Zehnthof in Brand, 625 Jahre Brand in einer Urkunde, durch Franz Mainz – aus der Zeit der Abteiherrschaft, wie Ermordung des Abts von Kornelimünster und dessen Folgen, durch Dr. Helmut Gabel – Beschreibung der Kirche St. Stephan auf dem Berge durch Ernst Hönings – Ortsteilbeschreibungen, biografische Darstellungen von Brander Personen, Zeitgeschichte u. a. durch Alfons Brammertz und Peter Kniebeler –Brauchtum, Namensforschung, biogr. Skizzen über Karl Kuck und redaktionelle Beteiligungen durch Günter Kuckelmann – Darstellung der Pfarrpatrone St. Donatus und St. Wendelinus durch Achim Feldmann – kunsthistorisch: die Beschreibung der Kirchenfenster St. Donatus durch Dr. Holger A. Dux.

Wenn wir die aktuellen Fotos der letzten Jahre in den „Heimatkundlichen Blättern“ betrachten, so sind sie vorwiegend von Ewald Kreus, den man als einen herausragenden Fachmann auf dem Gebiet der Fotografie bezeichnen darf. Unvergessen ist der für den Bürgerverein und den Arbeitskreis über viele Jahre fotografisch tätige, 2002 verstorbene, Willi Braun. Von ihm stammt so manche Aufnahme der Anfangszeit.

Anlässlich des 40jährigen Bestehens des Bürgervereins im Jahr 2011 schrieb der Ehrenvorsitzende Herbert Bücken in seinem Artikel: „…so bildete sich im Herbst 1990 ein neuer Arbeitskreis, der sich „Os Heemetsproch“ nannte und sich zur Aufgabe machte, die heimische Mundart zu pflegen, die nach wir vor in Brand lebendig ist.“ Seit 1991 sind die Beiträge dieser Mitglieder, in Versform oder als Jahreschroniken, in den „Heimatkundlichen Blättern“ vertreten bzw. haben einen festen Platz am Ende des Buches.

Präsentation der Neuerscheinungen, Leserumfrage

Regionale und übergreifende Archive, wie Uni-Bibliotheken in Aachen, Bonn und Köln, Stadtarchiv und Stadtbibliothek Aachen, Zentralarchive und das Diözesanarchiv sowie der Landschaftsverband haben die Heimatkundlichen Blätter in ihren Beständen. Eine Wertschätzung erfahren die Brander Jahrbücher bei geschichtlich Interessierten, die insbesondere Themen für eigene Forschung nutzen.

Die Gesamtzahl der Ausgaben ergibt rund 4300 Seiten, etwa 410 Beiträge wurden gedruckt.
Seit November 2013 haben dankenswerterweise etwa 70 Mitglieder auf eine Bitte um Beurteilung der Bücher in einer Leserumfrage mittels Fragebogen reagiert. Wir wollten zum ersten Mal seit all der Zeit herausfinden, was sagen eigentlich die Leserinnen und Leser.

Es war ein erfreuliches Ergebnis, denn nahezu alle Einsender stimmten positiv ab mit dem Auftrag: „macht weiter so“ und „Danke für die jahrelange gute Arbeit!“ Kritisch wurden einmal etwas zu lange Artikel gesehen, und die Beschäftigung mit frühgeschichtlichen Themen kam bei einigen nicht so an. Brander Neubürger schöpfen ihr Wissen über ihren neuen Heimatort aus den Veröffentlichungen, wie uns geschrieben wurde. Auch Anregungen für Themen in zukünftigen Büchern wurden gegeben.

Die „Heimatkundlichen Blätter“ sind weiterhin auf gutem Wege ein geschätztes Brander Heimat- und Geschichtsbuch sein.